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# SIP-Fehlerbehebung

> Diagnose von Fehlern bei ausgehenden Anrufen, eingehenden Anrufen und Übergaben auf einem BYO-SIP-Trunk

Arbeite **zuerst Outbound, dann Inbound** ab. Outbound isoliert Zugangsdaten, Transport und Codecs, bevor Routing-Variablen (FQDN, Quell-IPs, DID-Matching) dazukommen – die meisten Trunks laufen ausgehend in wenigen Minuten.

## Die Plattform sendet nie SIP REGISTER

Die Plattform authentifiziert jeden Anruf direkt, pro Request – sie registriert sich nie bei deinem Anbieter und erwartet auch keine Registrierung vom Anbieter. Zeigt das Dashboard deines Anbieters den Trunk oder SIP-Nutzer nach der Einrichtung als **Offline** / **Nicht registriert**, ist das erwartet, kein Fehler: Eingehende Anrufe kommen über das konfigurierte Ziel (den Plattform-SIP-FQDN) an, nicht über eine Registrierung. Mehrere Anbieteranleitungen weisen das explizit aus, weil es auf den ersten Blick kaputt wirkt – siehe [Fonial](/de/telephony/providers/fonial) und [Weitere und individuelle SIP-Anbieter](/de/telephony/providers/other-custom) für Beispiele.

## Ausgehende Anrufe verbinden nicht

1. Prüfe zuerst Terminierungshost, Transport (`UDP`/`TCP`/`TLS`) und Zugangsdaten gegen die Dokumentation des Anbieters – ein falscher Transport oder ein zusätzliches `sip:`-Präfix bzw. ein Port an der Terminierungsadresse ist die häufigste Ursache.
2. Bestätige, dass das **Format der ausgehenden Rufnummer** (international mit `+`, international ohne `+`, oder national) zu den Erwartungen des Anbieters für diesen Trunk passt – manche Carrier lehnen ein falsches Format still ab, andere nehmen den Anruf an und brechen ihn dann ab.
3. Verlangt der Anbieter Anrufe von einer einzigen, whitelisteten Quell-IP, aktiviere **Fixed outbound IP** explizit. Die Plattform hat sonst keine statische ausgehende IP, weshalb eine anbieterseitige IP-Allowlist ohne diesen Schalter jeden Anruf scheitern lässt.
4. Vergleiche die Codecs: Ein Anbieter, der nur G.711 akzeptiert, lehnt einen Anruf mit noch aktiviertem Opus/G.722 ab oder liefert nur einseitiges Audio.
5. Ändere jeweils nur eine Einstellung und mache danach einen einzelnen Testanruf – **History** zeigt den exakten SIP-Statuscode, was die Ursache deutlich schneller eingrenzt als Raten.

## Eingehende Anrufe erreichen den Assistenten nicht

* Sende an den **FQDN** der Plattform, niemals an eine rohe IP-Adresse. Das Senden an eine IP ist die häufigste Ursache für eingehende Fehlschläge und scheitert auf beiden Seiten still – kein Anruf erscheint jemals in History.
* Bei **Provider source IPs** muss jede aktuelle Signalisierungs-IP/-CIDR eingetragen sein. Eine veraltete oder unvollständige Liste lässt Anrufe ohne klare Fehlermeldung fallen, statt sie laut abzulehnen.
* Bestätige, dass die DID exakt dem entspricht, was der Anbieter sendet – ein **SIP-Extension**-Trunk benötigt außerdem seine Primary DID, da er kein Wildcard ist.
* Kommt in History gar nichts an (nicht einmal ein fehlgeschlagener Anruf), erreicht der Anbieter die Plattform noch nicht – prüfe zuerst dessen eigene Outbound-/Weiterleitungsregel, bevor du ein plattformseitiges Auth-Problem annimmst.

## Anrufübergaben schlagen fehl (SIP REFER)

Schlägt eine Cold- oder Warm-Übergabe fehl, während normale Anrufe problemlos funktionieren, liegt es fast immer an einem der folgenden Punkte, in dieser Reihenfolge:

1. **Der Trunk unterstützt kein SIP REFER.** Das ist nicht bei jedem Carrier der Fall – ein durchgespieltes Beispiel findest du im [Easybell-Guide](/de/telephony/providers/easybell#anrufe-weiterleiten), Hinweise zu Aircall/Five9 im [PBX-&-Contact-Center-Guide](/de/telephony/providers/pbx-and-contact-center). Ist das die Ursache, hilft keine Änderung am Zielformat: Stelle diese Übergabe auf **Warm Transfer** um – dabei baut die Plattform einen neuen ausgehenden Anruf auf und verbindet ihn, statt den bestehenden Anruf per REFER weiterzugeben.
2. **Das SIP-URI-Format.** Wird REFER unterstützt, schlägt die Übergabe aber trotzdem fehl, probiere der Reihe nach: mit Port (`sip:+1234567890@sip-server:5060`), ohne Port, dann ein reines `sip:+1234567890`.
3. **Das Ziel selbst.** Bestätige, dass die Zielnummer erreichbar und nicht blockiert ist, bevor du den Trunk verantwortlich machst.

Jede versuchte Übergabe – erfolgreich oder nicht – hinterlässt `call_transfer_failed` oder `warm_transfer_failed` im Ereignisprotokoll des Anrufs; die gemeinsame Fehlerstruktur findest du unter [Eingehende & ausgehende Anrufe](/de/telephony/inbound-outbound#hinweise-bei-fehlern).

## Gängige SIP-Statuscodes

| Status    | Bedeutung                        | Typische Ursache                                                                                                                               |
| --------- | -------------------------------- | ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- |
| 401 / 407 | Authentifizierung fehlgeschlagen | Falscher SIP-Benutzername/Passwort, oder Zugangsdaten wurden nur auf einer Seite geändert                                                      |
| 403       | Forbidden                        | Ziel vom Trunk nicht erlaubt – Geo-Berechtigungen, eine nicht verifizierte Anrufer-ID oder eine Quell-IP außerhalb der Allowlist               |
| 404       | Not found                        | Die gewählte DID/Extension entspricht nicht der Konfiguration, oder das Ziel existiert nicht                                                   |
| 405       | Method not allowed               | Die Gegenstelle unterstützt die verwendete SIP-Methode nicht. Bei einer Übergabe bedeutet das fast immer: Der Trunk unterstützt kein SIP REFER |
| 408       | Request timeout                  | Keine Antwort innerhalb des Klingelfensters                                                                                                    |
| 480       | Temporarily unavailable          | Ziel erreichbar, aber aktuell nicht verfügbar                                                                                                  |
| 486 / 600 | Busy                             | Besetzt                                                                                                                                        |
| 487       | Request terminated               | Der Anruf wurde vor der Annahme abgebrochen                                                                                                    |
| 503       | Service unavailable              | Der Trunk selbst hat die Anfrage abgelehnt – häufig bei einem vom Anbieter nicht unterstützten SIP REFER oder einem Ausfall auf Anbieterseite  |

Diese Codes entsprechen den anbieterneutralen Fehlercodes der Plattform (`busy`, `no_answer`, `authentication_failed`, `destination_forbidden`, `trunk_unavailable`, …), beschrieben unter [Eingehende & ausgehende Anrufe](/de/telephony/inbound-outbound#hinweise-bei-fehlern).

## Allgemeine Konnektivität

* Bestätige, dass das Netzwerk hinter dem Trunk eine funktionierende Internetverbindung hat.
* Stelle sicher, dass keine Firewall ausgehenden SIP-Verkehr blockiert – eine Firewall, die nur die Standardports (5060/5061) öffnet, verwirft still Anbieter mit nicht standardmäßigen Signalisierungsports (z. B. Genesys Cloud mit 32681/32682).

## Vor dem Support-Kontakt

* **Outbound:** Zugangsdaten verifiziert, richtiger Trunk-/Phone-Typ gewählt, Fixed outbound IP konfiguriert, falls vom Anbieter gefordert, ein direkter Testanruf durchgeführt.
* **Inbound:** Authentifizierungsmethode konfiguriert (Quell-IPs oder Benutzername/Passwort), bei IP-Auth jede aktuelle Anbieter-IP eingetragen, Anbieter sendet nachweislich an den FQDN (nicht an eine IP), ein Testanruf von einer externen Nummer durchgeführt.
* **Allgemein:** Netzwerkverbindung bestätigt, Firewall ausgeschlossen.

## Hilfe erhalten

Gib beim Support-Kontakt an:

* Die Call-ID aus **History**.
* Die exakte Trunk-Konfiguration (Typ, Transport, Auth-Methode).
* Testergebnisse für beide Richtungen (ausgehend und eingehend).
* Bei Übergabeproblemen das exakte SIP-URI-Format, das du ausprobiert hast.

<Tip>
  Teste eingehende und ausgehende Anrufe unabhängig voneinander – dass der eine funktioniert, bestätigt nie den anderen.
</Tip>
